Hopkins Architects: London is calling

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Hopkins Architects: London is calling

Das britische Architektenbüro Hopkins Architects in der Architekturgalerie München.

Drei Gruppen von Architekten kann man unterscheiden: Die einen möchten emotional berühren, am besten irritieren. Dazu gehören Herzog & de Meuron, die ihre Architektur selbst einmal als Hitchcock-Architektur bezeichnet haben, also emotional abgründig. Die anderen möchten neue Formen finden wie Zaha Hadid. Ihre Gebäude überzeugen durch ihre Kühnheit, durch Gebäude, die einfach auffallen. Und wieder andere Architekten bestechen durch ihre technischen Details. Dazu gehören auch Hopkins Architects. 

 

Generation Fortschritt


Hopkins Architects gründeten ihr Büro in den 70er Jahren in England, einer spannenden Zeit für Architektur. Viel war in dem Jahrzehnt davor geschehen. Der Amerikaner Buckminster Fuller realisierte zur Expo 67 seinen US-Pavillon namens Biosphère, eine Halbkugel nur aus Polyedern. Die 60er Jahre verkörperten das Jahrzehnt des technischen Fortschritts und vor allem der Fortschrittsgläubigkeit. Dieser Zeit entstammt eine Reihe britischer Architekten, die heute weltweit berühmt ist.

 

Eine Vorliebe für Holz


Wenn man Hopkins Architects mit anderen britischen Architekten vergleichen will, dann am ehesten mit Richard Rogers und Norman Foster. Sie alle verbindet eine Vorliebe für Details und Konstruktion. Während Foster eher Glas und Stahl liebt, so findet man bei vielen Arbeiten von Hopkins den Werkstoff Holz. Das aktuell bekannteste Projekt mit Holz steht in London: Das Velodrom für die Olympischen Spiele. Das Beste aus den weltweiten Radstadien wurde hier vereint. Die Zuschauer haben einen vollständigen 360-Grad-Blick. Strategisch gesetzte Oberlichter erlauben natürlichen Tageslichteinfall und reduzieren so den Stromverbrauch. Die poröse Holzverkleidung ermöglicht natürliche Ventilation  und Regenwasser wird gesammelt, um im Gebäude wieder verwendet zu werden. Das Gebäude erinnert ein wenig an die Kongresshalle in Berlin aus den 50er Jahren, von den Berlinern auch „Auster“ genannt. Holz wird aber bei vielen Projekten von Hopkins Architects nicht nur als Verkleidung verwendet, sondern auch als wesentlicher Teil der Konstruktion

 

Keine britische Architektur


Wer in der Architektur von Hopkins etwas Britisches sucht, der kann lange suchen. Für so etwas wie nationale Identität oder nationale Charakterzüge taugt Architektur nicht. Die Moderne verbreitet sich ja zum internationalen Stil. Aber was viel entscheidender ist, Architektur wird von der Bauindustrie bestimmt, und im Prinzip wird in den wirtschaftsstarken Ländern auf der ganzen Welt gleich gebaut. Ein Hochhaus wird in den USA nach den gleichen Prinzipien hochgezogen wie in China. Man kann also sagen, Hopkins Architects unterliegen den gleichen Bedingungen wie fast alle Architekten. Sie konzentrieren sich dabei auf die Tugenden eines guten Architekten: Den Bauherren zufrieden stellen, auf den Kontext, also die Umgebung des Gebäudes eingehen, mit lokalen Materialien arbeiten, umweltbewusst bauen und dabei interessante technische und konstruktive Lösungen finden. Insgesamt bleiben Hopkins Architects dabei in ihrer Formensprache gemäßigt. Ihnen fehlt vielleicht der schnelle Wiedererkennungswert, der einen sagen lässt: Das ist ein Hopkins. Allerdings macht das ihre Arbeiten nicht weniger interessant. Die Ausstellung des britischen Architekturbüros Hopkins Architects bietet einen Überblick über ihre bekanntesten Werke mit besonderem Fokus auf den Arbeiten des letzten Jahrzehnts.

 

Ausstellung Hopkins Architects "Im Wandel der Zeit" 

 

Dauer: noch bis  31.08.2012

 

Ort: Architekturgalerie München, Türkenstraße 30

 

Eintritt frei

 

Link: http://www.architekturgalerie-muenchen.de/ 

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