Galerie f5,6: „Wald“-Ausstellung
Auf ganz unterschiedliche Arten beschäftigen sich drei Fotografen mit dem Thema „Wald“.
Schlichtweg „Wald“ heißt die derzeit in der Galerie f5,6 laufende Ausstellung. Die drei Künstler Michael Lange, Richard Rothmann und Olaf Otto Becker füllen das Wort mit Bildern. Sie stellen den imaginären Ort Wald in ihren Werken unter anderem als Mythos, Utopie, Naturschönheit und Ort der Kraft und Energie dar.
Michael Lange: „WALD – Landschaften der Erinnerung“
Düster fallen meist die Bilder von Michael Lange aus. Drei Jahre lang streifte der Fotograf für das Projekt „WALD – Landschaften der Erinnerung“ durch deutsche Wälder. Meist benutzte er seine Kamera in der Dämmerung und arbeitete bevorzugt bei bedecktem Himmel oder Regen. Seine Bilder sind Erfahrungen von Landschaften im Zwielicht. Lange ist der Meinung, dass Landschaften Konstrukte der Phantasie sind – per se sind sie nicht vorhanden, entstehen erst durch den Künstler, der aus Elementen wie Bäumen, Büschen, Gräsern, Moos und Licht ein Bild kreiert. Eine weitere Frage, die den Künstler beschäftigt, ist die nach Stille im Bild. Seine Fotografien sollen die Antworten darauf geben.
Richard Rothmann: Trostloses Stadtleben und Urgewalt der Redwoods
Auch der Amerikaner Richard Rothmann ist in Wäldern unterwegs – allerdings in Amerika. Seit 2004 zieht es ihn immer wieder in die nordkalifornischen Redwoods, die ihn mit ihren riesigen Baumstämmen nach eigener Aussage wieder Demut gelehrt haben. Zusätzlich besuchte Rothmann aber auch das an die Wälder grenzende Städtchen Crescent City, das von Fischerei- und Holzwirtschaft lebt und sich im Niedergang befindet. Schockiert von der Trostlosigkeit des dortigen Lebens, stellte der Künstler seinen Waldfotos Porträts der Stadtbewohner gegenüber. So ist eine Sammlung von Bildern entstanden, die von der Verletzlichkeit des Menschen, der Urgewalt des Waldes und dem Zusammenhang beider erzählt.
Olaf Otto Becker: Wirklichkeit begreifen durch die Kunst
„Ein Bild machen ist für mich der Versuch, etwas zu begreifen. Wirklichkeit begreifen, die sich in Form von Landschaft darstellt.“ So beschreibt der deutsche Fotograf Olaf Otto Becker seine Kunst. Um zu begreifen, verbrachte er zum Beispiel einmal 24 Tage an einem Fluss in Grönland und beobachtete, wie das Eis schmolz. Er schipperte mit einem kleinen Boot alleine die Westküste Grönlands entlang, bis er fast den 75. Nördlichen Breitengrad erreicht hatte. Und er versuchte in Island, die Zeit zu fotografieren. Die Spuren, die wir Menschen in der Natur hinterlassen und die ökologischen Folgen sind es vor allem, die Becker interessieren. Aber auch der Widerstand, den die Natur leistet. Der Künstler hat bereits vielfach in Europa und den USA ausgestellt. Sein erster Bildband „Under the Nordic Light“ wurde für den renommierten Rencontres D’Arles Book Award nominiert, der Band „Broken Line“ mit dem Deutschen Fotobuchpreis 2008 ausgezeichnet.
Ausstellungsdauer: bis zum 7. Juli 2012
Adresse: Ludwigstr.7, 80539 München
Öffnungszeiten: Mi-Fr 12 bis 18 Uhr, Sa 11 bis 15 Uhr und nach Vereinbarung
Die Galerie f5,6 im Internet: www.f56.net
(Bild: Isarauen 12 – 2011, Olaf Otto Becker)







