Erich Hartmann: New York Stories
Das Amerika Haus zeigt mit „New York Stories, 1946-1957“ Erich Hartmanns frühe Arbeiten.
Gerade mal 16 Jahre war Erich Hartmann alt, als seine jüdische Familie im Jahr 1938 vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten nach New York fliehen musste. Dort arbeitete der in München geborene und in Passau aufgewachsene Deutsche in einer Textilfabrik und besuchte die Highschool. Anschließend trat er in die amerikanische Armee ein und kämpfte gegen die Wehrmacht. Nach seiner Rückkehr im Jahr 1946 wanderte Hartmann unermüdlich durch die Straßen seiner neuen Heimat, in der Hand hielt er immer seine Fotokamera bereit. Mit wachem Auge beobachtete er das Leben auf den Straßen der Metropole, die Beziehung der Menschen zu ihrem Viertel und die Arbeitswelt. Schon früh entwickelte er ein Faible für die großen Brücken New Yorks.
Die kleinen Freuden und Dramen des Alltags
Die frühen Arbeiten des später weltweit renommierten Fotografen gibt es nun erstmals in einer Ausstellung im Amerika Haus zu sehen. Sie bietet einen Einblick in die ersten zehn Jahre seines Werkes. Man sieht den Bildern an, dass der Künstler schon damals mit einer überraschend präzisen Beobachtungsgabe und einer großen Sensibilität für die kleinen Dramen und Freuden des Alltags gesegnet war. Es waren stets weniger die Brennpunkte und mehr die beim ersten Hinsehen banal erscheinenden Kleinigkeiten abseits von Glanz und Gloria, die den Fotografen interessierten. Mit seinem Werk überbrückte Hartmann die Kluft zwischen Kontinenten, Nationen, Kulturen, Sprachen und Religionen.
Marilyn Monroe, Magnum und „Stumme Zeugen“
Bis zu seinem Tod im Jahr 1999 arbeitete Hartmann als unabhängiger Fotograf und Foto-Essayist für renommierte Zeitschriften – darunter „Die Zeit“, „GEO“, „Stern“, „Vogue“, die französische „Paris Match“ und das „Time Magazine“. Auf Einladung von Robert Capa war er ab 1952 Mitglied der Fotografen-Agentur Magnum. Zwar war er in erster Linie als Industrie-Fotograf bekannt, er hatte aber auch immer wieder bekannte Persönlichkeiten vor der Linse, darunter zum Beispiel Marilyn Monroe. Hinzu kamen Buchpublikationen, mehrere internationale Ausstellungen und das späte Projekt „Stumme Zeugen“, das zu Hartmanns Bekanntheit beitrug. Letzteres war eine Dokumentation, die sich der Spurensuche in den Konzentrationslagern widmete.
Ausstellungsdauer: bis zum 27. Juli 2012
Adresse: Karolinenplatz 3, 80333 München
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10 bis 17 Uhr, Mi 10 bis 20 Uhr.
Das Amerika Haus im Internet: www.amerikahaus.de
(Bilder: Erich Hartmann / Magnum Photos)


