Der Berliner Teufelsberg
Ein Ort voller Geschichte: Der Teufelsberg am Rande des Berliner Grunewalds.
Mit einer Höhe von rund 115 Metern ist der Teufelsberg am Rande des Grunewalds eine der höchsten Erhebungen Berlins. Doch das ist nicht der Grund für seine Bekanntheit. Denn viel beeindruckender sind die Spuren der Vergangenheit, die noch immer zentnerschwer auf dem Gipfelplateau lasten. Dort, wo sich heute der künstliche Berg befindet, sollte ursprünglich die „Welthauptstadt Germania“ entstehen – eine Hochschul-Stadt, geplant von den Nationalsozialisten. Zwischen 1937 und 1940 wurde der Rohbau für eine Wehrtechnische Fakultät errichtet.
„T'Berg“: Abhöranlage für die Westalliierten
Die Überreste dieses Rohbaus wurden zwischen 1950 und 1972 mit hunderten von LKW-Ladungen Trümmerschutt aufgefüllt. Man sagt, dass unter dem Teufelsberg die Trümmer von etwa einem Drittel aller in Berlin zerstörten Häuser begraben liegen. Die Berliner wandelten den düsteren Ort vorübergehend in eine Sportanlage um – sie wurde von Mountainbikern, Wanderern, Skifahrern und Kletterern genutzt. Doch mit dem Beginn des Kalten Krieges nutzten die Westalliierten das Gipfelplateau, im US-Jargon „T'Berg“ genannt, zum Abhören des Ostens. Sie errichteten eine Radarstation, die zu einem der wichtigsten Orte des Kalten Krieges werden sollte. Die Anlage diente als Teil des weltweiten US-Spionagenetzes „Echelon“.
Auf der Suche nach Spuren der Vergangenheit
Nach dem Fall der Mauer wurde die Station aufgegeben – doch die fünf Kuppeln sind bis heute stehengeblieben. Die Anlage ist verlassen und vom Verfall bedroht. Immer wieder gab es Bau-Pläne von privaten Investoren: von der exklusiven Wohnanlage bis hin zum Hotel- und Tagungszentrum. Doch nichts davon wurde in die Tat umgesetzt. Heute befindet sich das Areal in der Hand einer insolventen Investorengruppe. Fasziniert vom Reiz des Verbotenen (die Abhörstation ist von drei Zäunen umgeben und wird zum Schutz vor Vandalismus und aufgrund des hohen Einsturzrisikos von Sicherheitsleuten bewacht) und auf der Suche nach Spuren der Vergangenheit gelingt es immer wieder Menschen, durch Löcher im Zaun nach innen zu gelangen.
Doch glücklicherweise gibt es seit vergangenem Jahr eine legale Alternative: Freitags, Samstags und Sonntags werden mittlerweile Führungen durch das bizarre Gelände angeboten.
Adresse: Teufelsbergchaussee, 14055 Berlin
Führungen: Nach Vereinbarung Fr, Sa und So
Internetseite: www.berlinsightout.de







